Smartphonemythen im Faktencheck

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Man darf wirklich nicht alles glauben, was man über Smartphones so zu hören bekommt …

1.) Updates nachteilig?

Ja, es gibt Fälle, in denen Smartphones durch ein Betriebssystem-Update langsamer werden. Dennoch ist das Installieren solcher Updates sehr ratsam. Nicht unbedingt wegen der neuen Funktionen, sondern weil Updates oft auch Sicherheitslücken beseitigen.

Updates können allerdings fehlerhaft sein. Daher ist es empfehlenswert, ein Update nicht sofort nach seinem Erscheinen zu installieren, sondern erst nach einigen Tagen – um dem Hersteller Zeit zu geben, Fehlermeldungen entgegenzunehmen und die Probleme zu beheben.

2.) Smartphones im Flugzeug

Während des Flugs werden die Passagiere gebeten, ihre Smartphones in den Flugmodus zu versetzen. Aber riskiert derjenige, der dies nicht tut, wirklich den Absturz des Flugzeugs? – Nein. Die Systeme von ­modernen Flugzeugen lassen sich von den Strahlungen eines Smartphones nicht durcheinanderbringen. (Viele Fluggesellschaften stellen ihren Passagieren ja auch WLAN zur Verfügung.)

Allerdings gibt es Befürchtungen, dass Flugzeuge, in denen sich viele aktive Mobiltelefone befinden, die Mobilfunkmasten, an denen sie vor-überfliegen, überlasten könnten.

3.) Ladegerät eingesteckt lassen?

Ist es teuer, das Ladegerät in der Steckdose zu lassen, wenn man das Handy vom Ladekabel entfernt?

Die meisten Ladegeräte haben im Leerlauf einen Verbrauch von nicht mehr als 0,1 Watt. Im Jahr entstünden dadurch Mehrkosten von lediglich etwa 25 Cent. Das dürfte die meisten Geldbeutel nicht in Schwierigkeiten bringen. Hochgerechnet allerdings auf die etwa 75 Millionen Smartphones in Deutschland und Österreich kommt dann doch eine ganze Menge verschwendeter Strom zusammen, den man auch für sinnvollere Dinge einsetzen könnte.

4.) Wirklich Wasserdicht?

Etliche Smartphone-Modelle werden damit beworben, dass sie gegen das Eindringen von Wasser geschützt sind – unter der Angabe von Schutzgraden wie IP67 und IP68. Allzu leichtsinnig sollte man dennoch nicht sein. Denn diese Schutzgrade beziehen sich ausdrücklich auf klares Wasser. Bei Missgeschicken mit beispielsweise Salzwasser, Seifenlauge, Alkohol oder erhitzten Flüssigkeiten versprechen die Hersteller keinen Schutz.

Hinzu kommt, dass der Schutz gegen das Eindringen von Wasser im Laufe der Zeit geringer wird.

5.) Akku leerlaufen lassen?

Der Ratschlag, einen Akku erst dann aufzuladen, wenn er komplett leer ist, stammt noch aus der Zeit, in der Nickel-Cadmium-Akkus verbreitet waren. Solche Akkus verloren dank des Memory-Effekts einen Teil ihrer Kapazität, wenn man sie nur teilweise entlud.

Bei modernen Lithium-Ionen-Akkus tritt dieser Effekt nicht mehr auf. Im Gegenteil: Am besten ist es für ihre Gesundheit, wenn man den Akkustand nach Möglichkeit nicht unter etwa 20 Prozent sinken lässt.

6.) Gefährliche Kälte?

Es ist nicht übertrieben, im Winter dafür zu sorgen, dass das Smartphone es kuschelig warm hat. Das lässt sich erreichen, indem Sie das Smartphone in einer Jackeninnen-tasche möglichst nah am Körper tragen – und es auch zum Telefonieren nicht herausnehmen, sondern stattdessen ein Headset verwenden.

Wird es dem Smartphone nämlich zu kalt, dann kann erstens der berührungsempfindliche Bildschirm träge reagieren. Zweitens liefert der Akku bei Kälte weniger lange Strom. Und, schlimmer: Lädt man einen fröstelnden Akku auf, so kann er dauerhaften Schaden nehmen.

7.) Viele Pixel, gute Fotos?

Wenn Smartphone-Hersteller die Kameras ihrer Geräte anpreisen, dann legen sie großen Wert auf die Anzahl der Pixel. Und es ist verlockend, als potenzieller Käufer eben diese Pixelanzahl als Entscheidungskriterium zu verwenden.

Entscheidend für die Qualität einer Smartphone-Kamera sind aber auch einige andere Eigenschaften wie die Größe der Sensoren, die Qualität der Linsen und auch die Fähigkeiten der Kamera-Software.

Sinnvoller als das reine Vergleichen von Pixel-Anzahlen ist es daher, Tests oder Übersichten zu Rate zu ziehen, die auch diese anderen Kriterien berücksichtigen. Beispielsweise unsere „Smartphone-Rangliste“, die Sie in jeder Ausgabe finden.

8.) Smartphone regelmäßig starten

Nein, es ist nicht unbedingt nötig, ein Smartphone einmal täglich neuzustarten (oder halt aus- und wieder einzuschalten). Das Betriebssystem solcher Geräte ist durchaus darauf ausgelegt, längere Zeit ohne Neustart zu arbeiten.

Wenn sich das Smartphone jedoch merkwürdig benimmt, dann ist ein Neustart oft die einfachste Methode, den Fehler zu beheben – egal, ob das Betriebssystem selbst oder aber eine amoklaufende App die Ur-sache ist. Ein Neustart mindestens einmal in der Woche trägt dazu bei, solchen Problemen vorzubeugen. Bei einigen Smartphones gibt es in den „Akku“-Einstellungen die Option, solche regelmäßigen Neustarts automatisch durchführen zu lassen.

9.) Telefonieren an der Tankstelle?

An vielen Tankstellen findet man Schilder, die das Verwenden von Mobiltelefonen verbieten. Der Grund dafür ist heute eher noch theoretischer ­Natur: Beim Herunterfallen des Telefons könnte sich der Akku lösen und Funken erzeugen, die wiederum in Kombination mit verschüttetem Benzin eine Explosion entstehen lassen könnten.

Allerdings sind bei modernen Mobiltelefonen die Akkus erstens robuster und zweitens oft fest eingebaut. Das Risiko ist daher laut dem ADAC „sehr gering“. Und bislang habe es noch nie einen derartigen Unfall gegeben.

10.) Smartphone macht dumm?

So generell stimmt das nicht. Es gibt jedoch eine Studie der University of Texas, die zu dem ­Ergebnis kommt, dass bereits die bloße Anwesenheit des eigenen Smartphones die geistigen Kapazitäten von Menschen verringert – selbst wenn sie das Smartphone nicht verwenden und nicht einmal an das Smartphone denken. In den Experimenten der Studie schnitten diejenigen Teilnehmer, deren Smartphones auf ihren Tischen lagen, schlechter ab als diejenigen Teilnehmer, ­deren Smartphones in einem anderen Raum aufbewahrt wurden.