Öffentliche WLANs spielen nach wie vor eine große Rolle dabei, Benutzern mobile Internet-Zugänge zur Verfügung zu stellen. Zwar sind die Datenvolumen der Mobilfunktarife inzwischen meist so groß, dass man auch per Mobilfunk relativ ungehemmt aufs Internet zugreifen kann. Aber dennoch verwenden viele Benutzer gerne öffentliche WLANs, um das eigene Datenvolumen nicht unnötig anzuknapsen.
Häufig genutzt werden öffentliche WLANs (laut dem Branchenverband Bitkom) in Hotels und Ferienwohnungen, Cafés und Restaurants, Zügen und Bussen, Bahnhöfen und Flughäfen, Ämtern, Bibliotheken, Freizeiteinrichtungen, Supermärkten und anderen Ladengeschäften.
Vor allem im Urlaub ist das Verwenden öffentlicher WLANs sehr beliebt: Einer Umfrage des IT-Sicherheit-Unternehmens G Data zufolge nutzen 80 Prozent der deutschen Urlauber regelmäßig öffentliche WLAN-Netze. Der Hauptgrund dafür: Die Urlauber haben keine Möglichkeit, ihr Mobilfunk-Datenvolumen zu schonen, indem sie ihr WLAN zuhause oder auf ihrer Arbeitsstelle verwenden.
Besonders nützlich sind öffentliche WLANs bei Reisen im Ausland jenseits der EU. Denn dort kommt man naturgemäß nicht in den Genuss des EU-Roaming – was dazu führt, dass der Internet-Zugriff per Mobilfunk das Portemonnaie stark belastet.
Allerdings gibt es beim Verwenden öffentlicher WLANs einige Risiken, die man kennen sollte, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Die meisten Hotels, viele Restaurants und immer mehr Ladengeschäfte stellen ihren Kunden per WLAN einen kostenlosen Internet-Zugang zur Verfügung. Bild: Shutterstock
WLAN ausschalten
Es ist verlockend, die WLAN-Funktion des Smartphones ständig eingeschaltet zu lassen. Der Vorteil dabei: Sobald sich das Smartphone in der Nähe eines WLAN-Zugangspunkts befindet, der ihm bekannt ist, verbindet sich das Smartphone automatisch mit eben diesem Zugangspunkt. Das kann sich als fatal erweisen, wenn Hacker Zugangspunkte einrichten, die denselben Namen wie vertrauenswürdige Zugangspunkte tragen. Das ermöglicht es den Kriminellen dann, den gesamten Datenverkehr mitzulesen, den das Smartphone über diesen Zugangspunkt erledigt.
Das ist zwar nicht ganz so dramatisch, denn etwa 95 Prozent der Web-Sites und auch viele Apps übertragen ihre Daten ausschließlich verschlüsselt. Die eigentlichen Inhalte der Übertragungen sind also meist geschützt. Aber halt nicht alle. Zudem lassen selbst verschlüsselte Übertragungen Rückschlüsse auf Identitäten zu und das Sammeln von Informationen über das Internet-Nutzungsverhalten.
Die einfachste Methode, um zu verhindern, dass das Smartphone sich automatisch mit Zugangspunkten verbindet, besteht darin, der Empfehlung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu folgen und die WLAN-Funktion des Smartphones generell ausgeschaltet zu lassen und nur bei Bedarf einzuschalten.
Das ist auf Android-Smartphones und auf iPhone-Modellen sehr einfach: Bei Android-Geräten ziehen Sie mit dem Finger vom oberen (rechten) Bildschirmrand nach unten, um die Schnelleinstellungen erscheinen zu lassen. Dort tippen Sie dann das WLAN-Symbol an, um die WLAN-Funktion ein- oder auszuschalten.
Beim iPhone finden Sie das WLAN-Symbol im Kontrollzentrum – das Sie aufrufen, indem Sie den Finger (je nach Modell) entweder vom unteren Bildschirmrand nach oben ziehen oder aber von der rechten oberen Bildschirmecke nach unten.
Alles Routine
„Aber es ist doch so bequem, wenn sich mein Smartphone automatisch mit meinem Router verbindet, wenn ich nach Hause komme!“
Stimmt. Und daher gibt es Möglichkeiten, das Ein- und Ausschalten der WLAN-Funktion selbsttätig ablaufen zu lassen:
Auf Samsung-Smartphones finden Sie in den Einstellungen die Funktion „Modi und Routinen“, mit der Sie eine Routine (also eine Automatik) anlegen können, die die WLAN-Funktion Ihres Smartphones einschaltet, wenn Sie nach Hause kommen. Und eine zweite Routine, die die WLAN-Funktion ausschaltet, wenn Sie Ihr Zuhause verlassen.
Auf dem iPhone können Sie mit der App „Kurzbefehle“ sogenannte „Automationen“ mit denselben Funktionen einrichten.
Auf Nummer sicher: VPN
Auch wenn – wie oben erläutert – Übertragungen im Internet inzwischen meist verschlüsselt ablaufen, raten Experten doch dazu, beim Benutzen eines öffentlichen WLANs vertrauliche Daten nur mit Hilfe eines VPN abzurufen. Ein solches „Virtual Private Network“ stellt eine sichere (weil verschlüsselte) Verbindung zwischen Ihrem Smartphone und der gewünschten Web-Site her – über den Umweg eines VPN-Servers.
Am komfortabelsten nutzen Sie ein VPN, indem Sie die App des VPN-Anbieters installieren. Alternativ dazu können Sie eine VPN-Verbindung auch über die Einstellungen Ihres Smartphones einrichten.
Wichtig ist es, einen vertrauenswürdigen VPN-Anbieter auszuwählen. Kostenlose Angebote sind zwar verlockend, es gilt sie aber mit Vorsicht zu nutzen: Experten (unter anderem vom BSI und von der australischen Forschungsbehörde CSIRO) warnen, dass kostenlose VPN-Dienste oft Daten ihrer Benutzer sammeln – und teilweise sogar keine zuverlässige Verschlüsselung verwenden.

Die Alternativen
Es gibt gleich drei Alternativen dazu, im Nicht-EU-Ausland öffentliche WLANs zu verwenden:
Erstens können Sie bei Ihrem heimischen Mobilfunkanbieter ein Auslandspaket hinzubuchen. Solche Pakete sind allerdings meist vergleichsweise teuer und bieten nur wenig Datenvolumen.
Mehr Datenvolumen stellen Reise-SIM-Karten von spezialisierten Anbietern bereit. Am komfortabelsten funktioniert das, wenn Ihr Smartphone mit zwei SIM-Karten zurechtkommt, so dass Sie weiterhin Ihre gewohnte Mobilfunknummer verwenden können. Kann Ihr Smartphone E-SIMs verwenden, so ist es nicht einmal nötig, eine zusätzliche SIM-Karte in das Gerät einzulegen.
Die dritte Alternative besteht darin, im Urlaubsland eine örtliche SIM-Karte für einen Prepaid-Tarif zu kaufen. Das empfiehlt sich aber nur für diejenigen, die nichts dagegen haben, sich im Urlaub mit dem Prozess des Registrierens und Aktivierens zu beschäftigen.



























