Digitale Reisefreiheit – oder doch nicht?

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Wie das digitale Impfzertifikat Möglichkeiten bietet und gleichzeitig Schwierigkeiten schafft?

In den letzten 18 Monaten haben wir uns ja an einiges gewöhnt. Die Maskenpflicht beim Einkaufen, diverse Abstandsregeln, Besucherbeschränkungen bei Großevents oder auch an diverse Einschränkungen beim Reisen oder beim Grenzübertritt. Außerdem hat es sich für uns fast zur Selbstverständlichkeit entwickelt, Zutritt zu gewissen Bereichen wie etwa Gastronomie oder Events lediglich mit einem negativen Corona-Test, einer Genesen-Bestätigung oder einem Impfnachweis zu bekommen.

Damit der exakte Corona-Status jedes einzelnen in solchen Situationen künftig einheitlich abgefragt und kontrolliert werden kann, gibt es fortan die Möglichkeit, diesen mittels eines speziellen Nachweises zu erbringen. In erster Linie betrifft dies natürlich geimpfte Personen, die einen Impfnachweis erhalten (haben) und diesen digital am Smartphone abspeichern und bei Bedarf vorweisen können. Damit entfällt der lästige Papierkram und das das Telefon in der Regel ohnehin mit dabei ist, mutet die Lösung sehr bequem an.

Freies Reisen in Europa

Praktischerweise gilt diese Lösung seit 1. Juli 2021 in der gesamten EU und auch in Norwegen, Liechtenstein, Island und der Schweiz. Uneinigkeit gibt es jedoch, was den Namen dieses Nachweises betrifft. Während sich die Europäische Kommission für die etwas sperrige Namensgebung Digitales COVID-Zertifikat der EU entschieden hat, die auch hierzulande gebräuchlich ist, heißt der Nachweis in Österreich etwa Grüner Pass. Im Grunde genommen führen aber alle Lösungsvarianten zum selben Ergebnis. Überall dort, wo zum Ein- oder Grenzübertritt ein Nachweis des negativen Corona-Status erforderlich wird, kann dieser mittels entsprechender App erbracht werden.
Auf der nächsten Doppelseite finden Sie sowohl für Deutschland, als auch Österreich eine exakte Anleitung, wie Sie als Geimpfter, Genesener oder Getesteter zu diesem Nachweis kommen.

Flickenteppich Europa

Gerade einmal fünf Länder gibt es aktuell, in denen Sie ohne einen Corona-Nachweis aus Deutschland einreisen dürfen. Dies sind Finnland, Rumänien, Albanien, Montenegro sowie Nordmazedonien. In allen anderen Ländern müssen Sie gewisse Einreisebestimmungen erfüllen. Zumeist ist dies der Nachweis einer überstandenen Erkrankung, einer erfolgten Impfung oder ein aktueller PCR-Test.
Wir empfehlen Ihnen, sich für jeden geplanten Auslandsaufenthalt bereits im Vorfeld über die Einreisebestimmungen im Zielland, aber auch über etwaige Restrektionen bei der Rückreise zu informieren. Etwa dann, ob bei der Ankunft zu Hause eine Quarantäne ansteht, sollten Sie aus einem Risikogebiet kommen.
Nähere Informationen zu allen Ländern finden Sie auf der Homepage des Auswärtigen Amtes unter dem folgenden Link:
bit.ly/hm_corona

Chaosland Deutschland

Im Vorfeld der Einführung des digitalen Impfnachweises hagelte es – wieder einmal – Kritik an der Arbeit der Bundesregierung und speziell an der des Bundesgesundheitsministeriums. Um das Digitale Impfzertifikat auf dem Smartphone nutzen zu können, wird ein spezieller QR-Code benötigt, der von der App eingelesen werden kann. Erst damit wird das Handy zum Impfnachweis. Und genau dieser QR-Code stößt vielen sauer auf. Denn während in Deutschland bereits seit Dezember 2020 geimpft wird, gibt es eine Bestätigung mit QR-Code erst seit wenigen Wochen. Kritiker werfen den Verantwortlichen vor, dass bereits zu Jahresbeginn klar war, dass es einen digitalen Impfnachweis mit QR-Code geben wird. Und dennoch zugewartet wurde und die erfolgten Impfungen nur offline, also etwa in das gelbe Impfheft, den sogenannten Impfausweis, eingetragen wurden.

Diese Tatsache hat jetzt zur Konsequenz, dass Millionen Menschen ihre bereits erfolgte Impfung im Nachhinein zetrifizieren lassen müssen, was mit großem Aufwand verbunden ist. Nachdem Arztpraxen ob des enormen Aufwandes und vermuteten Ansturmes abgewunken haben, geschieht dies künftig in Apotheken. Und pro Impfbestätigung erhalten diese satte 18 Euro aus dem bundesdeutschen Steuertopf. Bei 30 Millionen Geimpften ergibt sich eine Summe von mehr als einer halben Milliarde an öffentlichen Geldern, die in diese Maßnahmen investiert werden müssen – sofern alle Geimpften das Digitale COVID-Zerfitikat anmelden wollen.

Es ist noch ein weiter Weg zu freiem Reisen, zu unkompliziertem Besuch von Gastronomie und Hotellerie in Zeiten der Pandemie. Aber mit der CovPass-App (bzw. der Grüne-Pass-App in Österreich) ist zumindest ein erster großer Schritt in Richtung mehr Normalität und einem Zustand wie früher gemacht.

Deutschland: So kommt das COVID-Zertifikat aufs Handy

1. Zertifikat holen

Egal ob geimpft, genesen oder getestet – für jeden Status gibt es ein entsprechendes Zertifikat, welches sich digital in den dafür vorgesehenen Apps abspeichern lässt.

Ein Genesenenzertifikat erhält jeder, dem eine Infektion mit dem Coronavirus mittels PCR-Test nachgewiesen wurde. Dieser Test muss mindestens 28 Tage zurückliegen, darf allerdings maximal sechs Monate alt sein. Diesen Nachweis erhalten Sie in Arztpraxen und Apotheken. Das Impfzertifikat erhält jeder Geimpfte von Impfzentren, Ärzten und Apotheken. Ist die Impfung bereits länger her und Sie haben noch keinen Nachweis mittels QR-Code erhalten, dann können Sie Ihre Impfung in Apotheken nachzertifizieren lassen, indem Sie etwa mit Ihrem Impfausweis dort vorbeikommen. Das Zertifikat selbst ist für Sie kostenlos. Und sogar negativ Getestete können einen Nachweis in die App laden, vorausgesetzt, sie haben ein „EU Digitales COVID Testzertifikat“ dafür erhalten.

2. App herunterladen

Für Deutschland stehen zwei unterschiedliche, offizielle Apps zur Verfügung, mit denen der digitale Impfnachweis erbracht werden kann. Einerseits ist dies die CovPass-App des Robert-Koch-Institutes, andererseits die bereits bekannte und auf vielen Smartphones befindliche Corona-Warn-App. Beide sind kostenlos und sowohl im App Store von Apple, als auch im Google Play Store zu bekommen.

3. App öffnen und Code scannen

Egal ob Sie nun die CovPass-App oder die Corona-Warn-App benutzen – in beiden Anwendungen kann der QR-Code des Impf-, Test- oder Genesenenzertifikates problemlos eingelesen werden. Falls Sie die Corona-Warn-App verwenden wollen und diese bereits längere Zeit auf dem Smartphone haben, sollten Sie jedoch nicht vergessen, ein App-Update herunterzuladen.

CovPass

Die einzige Funktion, die die CovPass-App erfüllen muss, ist die Nachweis-Erbringung einer Corona-Impfung, einer Genesung oder eines negativen Tests. Und das macht sie auch ohne Probleme. Die vom Robert-Koch-Institut programmierte App läuft stabil, sowohl auf dem iPhone, als auch Android-Geräten.

CovPass
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Corona-Warn-App

Bereits seit mehr als einem Jahr ist die Corona-Warn-App auf Millionen Geräten in ganz Deutschland installiert. Seit kurzem kann diese auch den Impfstatus darstellen – in Form des digitalen Impfnachweises. Bitte beachten: Machen Sie ein Update, falls die App schon länger auf dem Handy schlummert.

Corona-Warn-App
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Österreich: Grüner Pass als digitaler Impfnachweis

1. Impfzertifikat holen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie zum Impfzertifikat gelangen können. Entweder Sie holen es sich persönlich beim lokalen Gemeinde- oder Stadtamt, oder Sie laden es selbstständig herunter. Dazu brauchen Sie allerdings eine Bürgerkarte oder alternativ eine aktivierte Handy-Signatur. Diesen Zugang können Sie über Finanz Online zwar anfordern, bis Sie diese erhalten, vergehen allerdings ein paar Tage.

2. Laden Sie die App herunter

Im App Store auf dem iPhone bzw. dem Play Store auf Android-Telefonen können Sie die App Grüner Pass herunterladen. Diese ist kostenlos und sehr einfach zu bedienen. Im Kasten auf der rechten Seite finden Sie einen QR-Code, mit welchem Sie direkt in den Play bzw. App Store gelangen.

3. QR Code scannen

Sie haben in der App zwei Möglichkeiten. Entweder Sie laden das Impfzertifikat direkt als PDF rein oder Sie scannen den Zettel mit der Kamera ein. Darin erkennt die App den QR-Code automatisch und liest alle relevanten Informationen ein, die Sie für die Informationsweitergabe benötigen. Fortan können Sie die App bei einer Kontrolle vorzeigen und Ihren Status damit teilen.

Grüner Pass

Die österreichische App ermöglicht die sichere Speicherung von EU-konformen SARS-CoV-2 Zertifikaten aus Österreich am Mobiltelefon und erleichtert das Vorweisen bei einer Kontrolle von 3-G-Nachweisen und im internationalen Reiseverkehr. Das österreichische Bundesrechenzentrum (BRZ) betreibt die App im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK).

Grüner Pass
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Entwickler: BRZ GmbH
Preis: Kostenlos
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