WLAN-Router im SMARTPHONE MAGAZIN-Test

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In nahezu jedem Haushalt der Bundesrepublik verrichten sie Tag für Tag zuverlässig ihren Dienst und werden kaum beachtet. Nur wenn das Internet streikt, rücken die leuchtenden und blinkenden Boxen mit den Antennen – besser bekannt als WLAN-Router – in den Fokus.

Heutzutage sind nicht nur Mobiltelefone, sondern auch unzählige Haushaltsgeräte smart und ohne Internetverbindung nicht in vollem Umfang nutzbar. Aus diesem Grund hat sich das WLAN-Netz in den letzten Jahren zu einem unverzichtbaren Bestandteil von nahezu jedem Haushalt entwickelt.

Starkes WLAN-Netz gefordert

Sämtliche von uns unter die Lupe genommene Router sind mit dem neuesten WLAN-Standard Wi-Fi 6 ausgestattet. Die Vorteile im Vergleich zur Vorgängerversion: höhere Internetgeschwindigkeiten sowie ein stabileres und störungsfreies WLAN-Netz.

Darüber hinaus sind diese Router in der Regel abwärtskompatibel, sodass sie auch mit Endgeräten interagieren können, die die neue Technologie nicht unterstützen. Sie müssen deshalb Ihr komplettes Eigenheim nicht mit den modernsten Geräten ausstatten, wenn Sie sich einen leistungsstärkeren Router zulegen möchten.

Wichtige Begriffe

1.) Wi-Fi 6

Der WLAN-Standard Wi-Fi 6 nutzt sowohl das 2,4- als auch das 5-Gigahertz Frequenzband und ermöglicht dadurch wesentlich höhere Internetgeschwindigkeiten über das heimische WLAN-Netz. Mittlerweile gibt es auch schon Router, die das 6-Gigahertz nutzen. Zusätzlich lassen sich wesentlich mehr Endgeräte mit solchen Routern vernetzen als beim Vorgänger-Standard Wi-Fi 5. Es sorgt außerdem auch für ein stabileres WLAN-Netz, da mehrere Datenströme und -mengen gleichzeitig verarbeitet werden.

2.) WPA 3

Wi-Fi Protected Access 3 (kurz: WPA 3) dient zur Absicherung von WLAN-Netzwerken. Hierbei wird zwischen dem Router und dem verbundenen Endgerät automatisch ein Schlüssel generiert, mit dem die übertragenen Daten vor Hackerangriffen geschützt werden. Damit WPA 3 genutzt werden kann, muss sowohl das Endgerät selbst als auch dessen Software diese Verschlüsselungsmethode unterstützen.

3.) OFDMA

Hinter diesem Kürzel verbirgt sich der Begriff Orthogonal Frequency-Division Multiple Access. Diese Technologie sorgt dafür, dass Datenpakete über verschiedene Kanäle zeitgleich an mehrere Geräte übertragen werden. Mithilfe dieser Übertragungsmethode erhöhen sich somit die Geschwindigkeit und Effizienz des WLAN-Netzwerks.

4.) Mu-MIMO

MU-MIMO steht für Multiuser Multiple Input Multiple Output und sorgt dafür, dass der Router parallel mit mehreren Endgeräten kommunizieren kann. Dabei werden die Datenströme je nach Anwendung auf die verschiedenen Geräte verteilt und so die verfügbare Bandbreite optimal ausgenutzt.


AVM FRITZ!BOX 5590

Die Fritz!Box 5590 Fiber ist – wie der Name bereits vermuten lässt – speziell für Glasfaseranschlüsse konzipiert. Sie kann aber auch als Router für andere Internetanschlüsse genutzt werden. Hierfür ist jedoch die Kopplung mit dem jeweiligen Modem erforderlich. Die Einrichtung lässt sich dank des hervorragenden AVM-Assistenten sehr einfach bewerkstelligen und klappte in unserem Test auf Anhieb.

Neben dem üppigen Funktionsumfang, der unter anderem ein Analyse-Tool für das eigene WLAN-Netzwerk, eine Kindersicherung und auch einen Speicher für gemeinsam genutzte Daten umfasst, hat uns auch die Benutzeroberfläche am meisten überzeugt. Diese ist klar und übersichtlich strukturiert und liefert zu jedem Menüpunkt detaillierte Erklärungen, welche Einstellungen dort durchgeführt werden können.

In puncto Geschwindigkeit konnte der Router zwar nicht ganz mit dem Netgear-Modell mithalten, er lieferte jedoch trotzdem starke Messwerte.

Preis
269,99 Euro
Maße254 x 63 x 191 mm
Gewicht642 g
Anschlüsse4 x LAN-Ports, 2 x USB 3.0,
2 x a/b-Ports
Gast – WLAN
Wi-Fi 6
Intelligente Bandwahl
Analyse – Tool
Kindersicherung
FRITZ! Nas – Datenspeicher

Neatgear RAXE300

Der Netgear Router mit dem sperrigen Namen RAXE300 funkt neben der 2,4 und 5 Gigahertz-Frequenz bei Bedarf auch im 6 Gigahertz-Bereich. Dadurch sollen laut Herstellerangaben Übertragungsraten von bis zu 7,8 Gbit/s möglich sein. Hinter den ausklappbaren Flügeln, die dem Gerät die Optik eines futuristischen Flugobjekts verleihen, verbergen sich die WLAN-Funkantennen.

Neben vier Gigabit LAN-Ports für den Geräteanschluss via Netzwerkkabel verfügt der Router auch über einen USB 3.0-Anschluss für externe Datenträger. Der Einrichtungsprozess selbst ist besonders einfach gehalten. Ein Scan des QR-Codes auf dem Routeretikett genügt, um den Vorgang zu starten. Nach dem Befolgen der Anweisungen konnten wir bereits nach zehn Minuten lossurfen. Alternativ kann der Router auch via Webbrowser eingerichtet werden, in der Schnellstartanleitung wird darauf allerdings nur am Rande hingewiesen.

Etwas schade finden wir jedoch, dass für die Nutzung der Sicherheitsfeatures der Abschluss eines Netgear Abos für 99,99 Euro pro Jahr erforderlich ist.

Preis
399,99 Euro
Maße346,5 x 207,9 x 164,3 mm
Gewicht1,01 kg
Anschlüsse4 x LAN-Ports, 1 x USB C 3.0,
1 x Gb-LAN, 1 x Multi-Gig-Port
Gast – WLAN
Wi-Fi 6
Tri-Band WLAN
WPA 3
Kindersicherung
Netgear Armor Cyberschutz

Synology RT6600

Der RT6600 ax des taiwanesischen Unternehmens Synology übermittelt die Daten – genauso wie das Netgear-Testmodell – auf bis zu drei Frequenzen. Allerdings mit dem Unterschied, dass zwei davon sich in dem 5 Gigahertz-Bereich befinden. Die Inbetriebnahme des Routers erfolgt wahlweise via App oder per Web-Schnittstelle am PC oder Laptop. In unserem Test haben wir beide Varianten ausprobiert – innerhalb kurzer Zeit war das Gerät einsatzbereit.

Besonders praktisch sind die Möglichkeiten der Nutzungseinschränkungen sowie zur Datenflusssteuerung. Letztere erlaubt es Ihnen beispielsweise, die übertragene Datenmenge für jedes einzelne Gerät zu begrenzen. Darüber hinaus lässt sich auch für alle mit dem WLAN-Netz verbundenen Endgeräte ein Datenkontingent zuweisen.

Während die Konfiguration des Routers via Browser-Oberfläche einwandfrei funktionierte, offenbarte die dazugehörige App leichte Schwächen. So verweigerte sie uns hin und wieder den Zugriff auf das Gerät.

Preis
319,90 Euro
Maße175 x 320 x 200 mm
Gewicht1,6 kg
Anschlüsse1 x 2,5 Gb-Ports, 3 x LAN-Ports, 1 x USB 3.2
Datenflusssteuerung
Wi-Fi 6
Tri-Band WLAN
Gast-WLAN
Kindersicherung
Nutzungszeit definierbar

Linksys Hydra 6

In unserem Test entpuppte sich der Hydra 6 aus dem Hause Linksys alles in allem als ein zuverlässiger Router, allerdings mit leichten Abstrichen. So benötigen wir trotz einer detaillierten Schritt-für-Schritt-Anleitung knapp 20 Minuten, bis wir das Gerät eingerichtet hatten und schließlich im Internet surfen konnten. Im Vergleich mit unseren anderen vier Testgeräten dauerte die Inbetriebnahme beim Hydra 6 mit Abstand am längsten.

Bis zu drei gekoppelte bzw. per Kabel verbundene Geräte lassen sich bei diesem Modell für eine optimale Internetnutzung priorisieren und somit mit einer höheren Datenübertragung versorgen. Zusätzlich können in in nur wenigen Schritten verbundene Geräte von der Netzwerknutzung bis auf Widerruf ausgeschlossen werden.

Damit das heimische Netzwerk optimal vor Hackerangriffen geschützt ist, hat Linksys seinem Router einen umfassenden Cyberschutz sowie eine leistungsstarke Firewall spendiert.

Preis
185,99 Euro
Maße154,6 x 215 x 158,35 mm
Gewicht652 g
Anschlüsse8 x LAN-Ports, 1 x USB 3.0,
1 x USB-C
Intelligente Bandwahl
Wi-Fi 6
Cyberschutz
Gast-WLAN
Kindersicherung
Gerätepriorisierung

Huawei WiFi AX2

Aktuell wechselt der WiFi AX2 des chinesischen Tech-Giganten Huawei für rund 60 Euro den Besitzer. Dafür muss man allerdings auch auf einen USB-Anschluss und Features wie etwa eine VPN-Verschlüsselung oder eine Gerätepriorisierung verzichten. In puncto Anschlüssen stehen insgesamt nur drei LAN-Anschlüsse zur Verfügung.

Was uns beim Auspacken des Routers sofort ins Auge stach, war die äußert kleine Schnellstartanleitung. Dementsprechend schwer waren auch deren Inhalte zu lesen. Im Gegensatz zu allen anderen Testgeräten ist die Einrichtung des WiFi AX2 ausschließlich via Web-Schnittstelle im Browser am Smartphone oder Computer möglich, obwohl es eine Handy-App zur späteren Konfiguration gibt. Apropos App: Die Startseite ist übersichtlich und wirkt aufgeräumt. Das Menü ist allerdings für unseren Geschmack zu verschachtelt. Während der Nutzung reagierte die mobile Anwendung ab und an jedoch verzögert auf Eingaben.

Preis
59,00 Euro
Maße257,6 x 163,5 x 29 mm
Gewicht216 g
Anschlüsse3 x LAN-Ports
WPA 3
Wi-Fi 6
WLAN-Zugangskontrolle
Gast-WLAN
Kindersicherung
Firewall

So haben wir getestet

Neben der Zahl der LAN-Anschlüsse haben wir auch darauf geachtet, ob zusätzlich USB-Ports zum Anschluss externe Geräte wie etwa Festplatten vorhanden sind. Darüber hinaus haben wir uns angesehen, wie die Inbetriebnahme funktioniert und ob diese via App oder Webbrowser möglich ist. In der Kategorie „Funktionsumfang“ wurde das Augenmerk auf die Zusatzfeatures wie etwa die Einrichtung eines Gastzugangs oder eine Kindersicherung gelegt. Bei der Bedienung wiederum spielten Faktoren wie etwa die Nutzerfreundlichkeit der Software, das Vorhandensein eines Einrichtungsassistenten und detaillierter Konfigurationsanleitungen eine Rolle.

Die Geschwindigkeitsmessungen wurden bei aufrechter WLAN-Verbindung sowohl via Smartphone als auch via Notebook durchgeführt. Dabei wurde bewusst eine Uhrzeit gewählt, zu der die Bandbreite unseres 200 Mbit/s-Internetanschlusses nicht durch den Büroalltag zusätzlich beansprucht wurde. Zu guter Letzt wurde die dazugehörige Software unter die Lupe genommen. Hierbei wurde darauf geachtet, wie übersichtlich und klar strukturiert die Programme sind und wie zuverlässig diese funktionieren.

Fazit

Bei der Inbetriebnahme und der anschließenden Nutzung stellte uns keiner der Testprobanden vor eine größere Herausforderung. Als klarer Testsieger entpuppte sich die FRITZ!Box 5590 Fiber von AVM. Sie konnte uns sowohl beim Funktionsumfang als auch bei der Ausstattung am meisten überzeugen. In der Kategorie „Einrichtung“ brillierten AVM dank des hervorragend konzipierten Einrichtungsassistenten und Netgear mit der praktischen und einfachen QR-Scan-Methode.

Die höchsten Durchsatzraten erzielte der RAXE300 von Netgear, insgesamt performten in dieser Kategorie alle Testgeräte auf einem hohen Niveau.

In der Kategorie „Software“ offenbarten die mobilen Anwendungen der Hersteller Synology und Huawei Schwächen. Bei den anderen Testgeräten konnten wir keinerlei Problem bei der dazugehörigen Software feststellen.

Das Gesamtergebnis