Im Test: Mudita Kompakt

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Nicht jedes neue Feature macht ein Gerät besser. Der smartphonemag Newsletter schaut genauer hin und ordnet Technik verständlich ein.

In einer Zeit, in der Smartphones immer mehr Funktionen, Benachrichtigungen und Apps bieten, geht der polnische Hersteller Mudita bewusst den entgegengesetzten Weg. Mit dem Slogan „Mehr Offline – Mehr Leben“ richtet sich das Mudita Kompakt an all jene, die ihren Alltag entschleunigen möchten. Für rund 440 Euro verspricht das Gerät Privatsphäre, Konzentration und bewusste Nutzung – verpackt in einem minimalistischen Design und ausgestattet mit eigenständiger Software.

Schwarz-Weiß statt Dauerbunt

Das 4,3 Zoll große E Ink-Display ist das Herzstück des Mudita Kompakt. Es zeigt Inhalte in Schwarz-Weiß mit 800 x 480 Pixeln und wirkt dadurch angenehm ruhig. Wer viel liest oder Nachrichten schreibt, wird die entspannte Darstellung schnell schätzen. Auch bei Sonnenlicht bleibt der Bildschirm gut ablesbar, und die automatische Helligkeitsanpassung arbeitet zuverlässig. Typisch für diese Display-Technologie bleiben beim Wechsel der Ansicht manchmal schwache Schatten früherer Inhalte zurück – ein kleiner optischer Makel, der den Gesamteindruck aber kaum trübt.

Die Bedienung erfolgt über drei berührungsempfindliche Tasten unterhalb des Displays: Zurück, Home und Schnelleinstellungen. Das Gehäuse besteht aus glasfaserverstärktem Polycarbonat und ist mit einem stabilen Metallrahmen versehen. Dank IP54-Zertifizierung ist das Gerät zudem gegen Staub und Spritzwasser geschützt.

Minimalismus mit System

Im Inneren arbeitet der Mediatek MT6761V, ein Vierkern-Prozessor, der von einem 3 GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Der interne Speicher hat eine Kapazität von 32 GB und lässt sich über microSD-Karte auf bis zu 2 TB erweitern. Trotz der eher bescheidenen Hardware reagiert das Kompakt im Alltag flott: Menüs öffnen sich ohne Verzögerung, Apps starten zügig, und der im Powerbutton integrierte Fingerabdrucksensor entsperrt das Gerät zuverlässig. Das eigens entwickelte MuditaOS basiert auf einer quelloffenen Android-Variante, verzichtet aber komplett auf Tracking, Werbungeinblendungen und Google-Dienste. Nur wenige, aber sinnvolle Apps sind vorinstalliert – Telefon, Nachrichten, Kalender, Notizen, Wecker und Wetter.


Schlichtes Design: Optisch bleibt das Mudita Kompakt dezent und erinnert an Smartphones aus den frühen Jahren.

Auf einen App Store wird bewusst verzichtet. Anwendungen können über die kostenlose PC-Software Mudita Center installiert werden: App-Dateien werden auf den Computer geladen und anschließend per USB-C-Kabel auf das Smartphone übertragen. Dies ist zwar umständlich, aber konsequent im Sinne des Datenschutzes.

Auch in Sachen Konnektivität zeigt sich das Kompakt pragmatisch. Neben LTE, WLAN und NFC ist Bluetooth 5.0 an Bord, ebenso eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für klassische Kopfhörer – ein Bauteil, das in vielen modernen Smartphones nicht mehr verbaut wird.

Wenig überraschend erweist sich das Mudita Kompakt als besonders ausdauernd. Der Akku mit einer Kapazität von 3.300 mAh wirkt auf dem Papier klein, hält im Alltag aber mehrere Tage durch. Der Hauptgrund für die lange Laufzeit ist zweifelsohne das Display. Im Standby-Betrieb sind laut Hersteller bis zu sechs Tage möglich.
Auf der Rückseite sitzt eine 8-Megapixel-Kamera, die solide, aber unspektakuläre Aufnahmen liefert. Während sie auf dem E Ink-Bildschirm in Schwarz-Weiß erscheinen, werden sie beim Weiterleiten farbig angezeigt – qualitativ aber eher auf einfachem Niveau. Auf eine Frontkamera wird hingegen komplett verzichtet.


Alltag ohne Ablenkung: Über den Schalter auf der linken Seite lassen sich Mobilfunk, Bluetooth, WLAN,
Kamera und Mikrofon deaktivieren.

Stummschalter für maximale Ruhe

Ein Highlight des Mobiltelefons ist der sogenannte Offline+ Modus. Dieser geht weit über den Flugmodus hinaus: Auf Hardware-Ebene werden sowohl die Mobilfunkverbindung als auch die Mikrofone deaktiviert. Zusätzlich werden via Software die Kamera, Bluetooth und WLAN ausgeschaltet. Aktiviert wird der Modus per Schalter an der linken Gehäuseseite.


Schwarz-Weiß ist Trumpf: Das 4,3 Zoll E-Ink-Display stellt die Inhalte ohne Farbe dar. Dies ist zwar gewöhnungsbedürftig, wirkt sich aber positiv auf die Akkulaufzeit aus.
ProsCons
Ausdauernder Akku
Kompakte Größe
Fokus auf Datenschutz
Schwache Kamera
Umständliche App Installation
HerstellerMudita
ModellKompakt
Preis (Testgerät)
EUR 439,00
BetriebssystemMuditaOS
CPU-Hersteller
MediaTek
CPU-ModellMT6761V/WBA
CPU-Taktung
4x 2.0 GHz
GPU-Modell
k.A.
Arbeitsspeicher3 GB
Speicher intern32 GB
SD-Karte (max. Größe)2 TB
Kamera (Haupt-/Front)13 / – MP
USB-PortUSB Typ-C
Bluetooth-Version5.0
WLAN-Standarda, b, g, n, ac
LTEja
Fingerprintscannerja
NFCja
Abmessungen128 x 70 x 12,6 mm
Gewicht166 g
Akku-Kapazität3300 mAh
Akku tauschbarnein
Laden (kabellos)ja
Schnellladennein
Display-Größe4,3 Zoll
Display-TypE Ink
Display-Auflösung800 x 480 Pixel
Display4
Speed (Leistungstest)3,8
Speed (Hardware)4
Akku (Laufzeit)4,8
Akku (Hardware)4,4
Features4,8
Kamera3
Verarbeitung5
Design4,7
GESAMTNOTESehr gut 83%
Preis/LeistungGut

Das Gerät Mudita Kompakt wurde nicht in die Laufzeit- und Benchmark-Messung aufgenommen, da es sich technisch und konzeptionell deutlich von den übrigen getesteten Smartphones unterscheidet.

Fotos: Hersteller, CDA Verlag GmbH