Glücksspiel Apps im Google Play Store: Das müsst ihr wissen

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Google erlaubt Glücksspiel Apps im eigenen Store. Als diese Meldung im Juli 2017 erstmals durch die Medien ging, fegte eine Mischung aus Kritik und Freude durch das Netz. Der Internet-Riese würde zum ersten Mal in  der Geschichte des Unternehmens Programme assoziiert mit Glücksspiel in Großbritannien, Frankreich und Irland zulassen – mit weiteren Plänen in der Hinterhand. Dabei sprach sich das Unternehmen in der Vergangenheit noch vehement gegen die Öffnung des Play Store für Glücksspiel Apps aus.

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Die abrupte  Abkehr von einer langjährigen Firmenphilosophie sorgte bei vielen für fragende Gesichter. Kritische Fragen fanden sich überall im Netz. Gibt Google nur klein bei, um weiter mit Apple konkurrieren zu können? Sollten mit dieser Entscheidung zusätzliche Werbemöglichkeiten erschlossen werden? Oder ist der Konzern schlicht weich geworden, wenn es um das Thema Glücksspiel geht? Logischerweise stieß die Entscheidung bei Anbietern wie Spielern auf überbordene Freude. Schließlich konnten nun nicht nur iPhone-Besitzer in den Genuss von Apps wie Live Roulette Online kommen, sondern auch Android-Jünger.

Google macht Weg frei für Glücksspiel: Was bedeutet das für die Industrie?

Bis vor Kurzem waren Entwickler für Glücksspiel Apps noch dazu gezwungen, ihre Produkte mithilfe von Drittanbietern auf die Android Plattform zu bringen. Das bedeutete nicht nur für die Betreiber eine enormen finanzielle Belastung. Schließlich mussten die Apps beworben und aktualisiert werden. Auch Spieler stießen auf große Probleme. Unter Third-Party-Namen ließen sich die Apps nur nach langer Suche aufspüren. Die Entscheidung von Google nimmt also immer mehr Form an, denn im vergangenen Jahr machten Android User stolze 50 Prozent des mobilen Marktes in Großbritannien aus.

Indem Google endlich in die Fußstapfen des großen Rivalen Apple tritt und den hauseigenen Play Store für Glücksspiel öffnet, erschließt das Unternehmen gleichzeitig gigantische Möglichkeiten in puncto Marketing und Nutzergewinnung. Online Glücksspiel Anbieter und ihre großen Marken wie etwa Bwin ziehen gewaltige Massen an Nutzern bzw. Spielern mit sich, die Google nun mit eigenen Produkten binden kann. Dennoch hält das Unternehmen weiter alle Zügel in der Hand. Um im Play Store aufgenommen zu werden, müssen Anbieter zunächst eine legitime Glücksspiel-Lizenz für sämtliche Länder vorweisen, in denen die App verbreitet werden soll.

Auch in Sachen Jugendschutz versteht Google keinen Spaß. Hier müssen die Entwickler strikte Vorkehrungen treffen, um Minderjährige zunächst einmal vor den Gefahren des Online Glücksspiels zu warnen und im Nachgang langfristig zu schützen. Das gilt besonders für die Verwendung in Ländern, die nicht zur Lizenz des Anbieters gehören. Hier muss eine Nutzung vollends unterbunden werden. Wie die großen Marken berichten, sollten derlei Maßnahmen für etablierte Casinos wie Winner keinerlei Probleme darstellen. Schließlich sind sie bereits seit Jahren im Apple Store zu finden.

Letzten Schätzungen zufolge haben nzwischen stolze 245 Glücksspiels Apps ein Update für den Google Play Store erhalten und sind seitdem auf beiden großen Plattformen erhältlich. Dazu gehören unter anderem klassische Slots, Sportwetten, Spreadbetting sowie Casino Games. In den kommenden Monaten dürften jedoch etliche weitere Anbieter den Schritt auf die Google Plattform wagen.

So optimieren Anbieter ihre Apps für den Play Store

Auch wenn Google nun Tür und Tor für alle Anbieter von Glücksspiel Apps öffnet, verfügt der Play Store über deutlich schärfere Restriktionen und Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um eine App für den Play Store zu optimieren. Das läuft im Vergleich zum Konkurrenten Apple nämlich etwas komplexer ab. Berichten zufolge begünstigt der legendäre Google Algorithmus Engagement von hoher Qualität. Bedeutet in der Praxis: Es geht nicht mehr nur um die Zahl der Installationen. Stattdessen legt Google viel Wert auf die Interaktion der User mit der entsprechenden App.

Eine echte Herausforderung für Entwickler, denn die müssen nun nicht nur dafür sorgen, dass User ihre App finden, sondern auch Sorge dafür tragen, dass sie regelmäßig benutzt wird. Unter dem Stichwort „Gamification“ statten viele Anbieter ihre Programme inzwischen schon mit motivierenden Elementen wie täglichen Belohnungen aus, um den User bei der Stange zu halten. Auch Design und Marketing spielen hier eine wichtige Rolle. Im Grunde müssen sich Entwickler bei jedem Schritt zur neuen App die folgenden drei Fragen stellen: Wird der User die App so herunterladen? Wie einfach ist es, die App herunterzuladen? Sorgt meine App dafür, dass User auch nach dem Download mit ihr interagieren?